Interview: Wie werden gute Chatbot-Trainingsdaten erstellt?

von Celina,
assono GmbH, Standort Kiel,

Die Performance einer jeden Künstlichen Intelligenz hängt von den Daten ab, mit denen man sie trainiert. Auch die Qualität eines Chatbots steigt mit der Qualität der Trainingsdaten. Aber wie genau erstellt man gute Chatbot-Trainingsdaten?

Isabelle Wieser ist Projektleiterin und Conversational Designerin bei assono und hilft Kunden dabei, ihre Chatbots optimal zu trainieren. Im Interview erklärt sie, warum gute Trainingsdaten so wichtig für den Erfolg eines Chatbots sind und wie man sie erstellt.

Warum sind gute Trainingsdaten so wichtig für einen intelligenten Chatbot?

Die Trainingsdaten sind die Grundlage dafür, dass der Chatbot die Anliegen von Benutzern in natürlicher Sprache verstehen kann. Früher gab es vor allem Chatbots, die ein paar Schlagwörter erkennen konnten oder die man über Buttons bedient hat. Solche Systeme kommen schnell an ihre Grenzen.

Was genau sind die Trainingsdaten eines Chatbots?

Bei KI-Chatbots ist die größte Herausforderung, dass Sprache so komplex ist. Nach dem gleichen Anliegen können Menschen auf sehr unterschiedliche Art und Weise fragen. Beispiele für solche Fragen bringen wir dem Chatbot bei und diese Beispiele nennen wir Trainingsdaten.

Damit der Chatbot die unterschiedlichen Formulierungen seiner Nutzer versteht, werden ihm mehrere Beispielfragen trainiert.

Wie werden die Trainingsdaten für einen Chatbot erzeugt?

Die Anliegen, die der Chatbot beantworten soll, gibt der Kunde vor. Zu jedem Anliegen benötigen wir dann ein paar Beispielformulierungen für das Anfangstraining. Gute Trainingsdaten sollten möglichst unterschiedlich formuliert sein. Es sollten also nicht nur einzelne Wörter in einem Satz ausgetauscht werden.

Pro Anliegen benötigen wir fünf bis zehn Beispielformulierungen. Das ist vergleichsweise wenig, was an der starken KI-Technologie hinter unserem Chatbot, dem IBM Watson Assistant liegt. Die Trainingsdaten für das Anfangstraining werden von uns oder vom Kunden erzeugt. Später im Projekt folgen Trainingsphasen, in denen die Perfomance des Bots getestet und die Trainingsdaten aus dem Anfangstraining optimiert werden.

Du sagst, die Formulierungen sollen möglichst unterschiedlich sein. Kannst du da ein konkretes Beispiel geben?

Wir beobachten, dass Nutzer Ihre Fragen an Chatbots ganz unterschiedlich stellen. Manche Fragen sind sehr konkret und direkt. Zum Beispiel kann man nach den Öffnungszeiten sehr direkt fragen: „Wie sind die Öffnungszeiten?“ oder „Wann ist geöffnet?“. Manche Nutzer bevorzugen kurze und schlagworthafte Anfragen, ähnlich wie bei einer Suchmaschine, zum Beispiel „Öffnungszeiten“ oder „Wann geöffnet“. Manche Fragen sind umgangssprachlich und indirekt: „Bis wann kann ich vorbeikommen?“ oder „Wann habt ihr auf?“. Andere Nutzer fragen sehr förmlich. Ein guter Tipp ist es, sich in unterschiedliche Personen hineinzuversetzen und sich vorzustellen, wie diese ihre Anliegen formulieren würden.

Wie müssen die Trainingsdaten im Verlauf angepasst werden?

Die Daten, die wir für das Anfangstraining erzeugen, sind auf künstliche Art und Weise entstanden. Oft stammen sie von nur einer Person. Sprache ist aber so vielfältig, dass wir nie wissen, wie Menschen tatsächlich Fragen stellen werden. Wie gut der Chatbot trainiert ist, zeigt sich also erst in den Trainingsphasen, wo unterschiedliche Personen mit Chatbot sprechen und ihm Fragen innerhalb seines Anwendungsfalls stellen. Hier wird es zu Situationen kommen, wo der Chatbot ein Anliegen nicht versteht oder unsicher ist, was gemeint war. Solche Formulierungen fügt man zum Trainingsdatensatz des Chatbots hinzu und so wird dieser mit der Zeit immer schlauer.

Im assono Chatbot-Dashboard können alle geführten Gespräche eingesehen werden, um den Chatbot stetig zu verbessern.

Wie lange dauert dieses Training?

Das Training eines Chatbots ist ein laufender Prozess. Am Anfang kontrolliert man noch sehr genau, was der Chatbot nicht versteht und trainiert diese Formulierungen nach. Mit der Zeit nimmt der Aufwand ab, so dass man pro Monat vielleicht zwei bis drei Mal für eine Stunde trainieren muss. Dennoch kommt es vor, dass neue Themen entstehen oder plötzlich in den Fokus rücken, die der Chatbot dazulernen soll. Besonders eindrücklich war das im Frühjahr 2020. Als das Thema Corona aufkam, gab es bei vielen Chatbots Fragen zu den neuen Regelungen, zum Beispiel zur Maskenpflicht, zu Kontaktbeschränkungen oder zu Änderungen bei den Öffnungszeiten. Insbesondere Chatbots von öffentlichen Einrichtungen hat das betroffen. Über den Trainingsbereich im Chatbot sieht man, was für neue Themen reinkommen, darauf kann man dann recht schnell reagieren.

Ist es schwierig einen Chatbot zu trainieren?

Die Künstliche Intelligenz hinter dem Chatbot zu trainieren ist ziemlich einfach. Man braucht dafür keine besonderen Vorkenntnisse. Wir haben extra eine Anwendung entwickelt, über die auch Menschen ohne IT-Kenntnisse an dem Chatbot arbeiten können, das assono Chatbot-Dashboard. Darüber läuft das Training über ein paar wenige Klicks ab.

Haben wir Ihre Fragen beantwortet?

Haben wir Ihre Fragen zum Thema Training beantwortet und Ihnen Lust auf ein Chatbot-Projekt gemacht? Wir verfügen über bereits vortrainierte Fragenpakete zu häufig vorkommenden Service-Fragen und zu Smalltalk. Gerne beraten wir Sie in einem kostenlosen Erstgespräch zu Ihrem Anwendungsfall. Vereinbaren Sie dazu gerne einen Termin oder rufen Sie uns an unter +49 4307 900 408. Alternativ können Sie auch einen Termin über unseren KI-Chatbot "asski" vereinbaren. Wir freuen uns auf Sie!

Fachbeitrag Chatbot Künstliche Intelligenz Für Unternehmen

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