SnTT: Sametime 8.0.1 auf Kubuntu 8.04 LTS installiert

von Thomas Bahn,
assono GmbH, Standort Kiel,

Nachdem ich früher schon Domino 7.0.2 de in einer VM unter Ubuntu 7.04 Server installiert hatte, habe ich jetzt ein viel größeres und anspruchsvolleres Ziel ins Auge gefasst: einen IBM Lotus Sametime 8.0.1 Standard-Server auf einem IBM Lotus Domino 8.0.1 mit deutschem Sprachpaket unter Kubuntu 8.04 LTS Desktop installieren.

Da es dabei das eine oder andere zu Beachten gilt, das ich auf "die harte Tour" lernen musste, habe ich die einzelnen Schritte detailliert für euch dokumentiert:

Man installiert zunächst Ubuntu 8.04 LTS Desktop von der CD, eigentlich ziemlich gerade aus mit Deutsch/Deutschland, Zeitzone Berlin usw. und ansonsten mit Vorgabewerten. Die Plattenaufteilung habe ich manuell gemacht und sehr einfach gehalten: sehr großzügige 1 GB für /boot, 4 GB für ein Linux-Swap und einen riesigen Rest für /. Als ersten Benutzer lege ich "administrator" fest (ich komme halt von Windows... ).

Nach der Installation einmal durchstarten und gleich weiter aktualisieren. Dazu den Adept Manager aufrufen und im ersten Menü die Paketquellen anpassen:

Bei der Installation von Domino
und auch später werden Shell-Skripte verwendet. Diese nutzen die Fähigkeiten
der bash-Shell. Leider verwenden Ubuntu/Kubuntu-Systeme voreingestellt
die dash-Shell, die deutlich weniger kann. Um das zu korrigieren, biege
ich den symbolischen Link von /bin/sh
auf /bin/bash
um. In einer Konsole muss man dazu folgenden Befehl ausführen:

sudo ln -sf /bin/bash /bin/sh


Unter Linux laufen Dienste häufiger
unter eigenen Benutzern, die wenig bis gar keine Rechte auf das restliche
System haben. Sollte so ein Dienst mal gehackt werden, kann der Bösewicht
trotzdem wenig ausrichten. Im Gegensatz zu Windows, wo Dienste häufig als
Lokales System laufen und somit praktisch alles machen können. Also
brauchen wir einen Benutzer für den Domino-Server. Die Vorgaben bei der
Installation des Domino-Servers ist Benutzer "notes"
in der Gruppe "notes".
Also baue ich mir so einen Benutzer mit

sudo adduser notes

in einer Konsole. Bequemerweise wird
durch das adduser-Skript
auch noch gleich eine gleichnamige Gruppe angelegt und der Benutzer dort
hinzugefügt.


Um für später alles beisammen zu haben,
kopiere ich die Domino-, Domino-Sprachpaket- und die Sametime-Installationsarchive
in ein Verzeichnis (oder man lädt sie herunter). Ich benutze dafür bei
mir das neu erstellte Verzeichnis /home/administrator/Installation.
Da ich mit den kryptischen Dateinamen von IBM recht wenig assoziieren kann,
benenne ich die Archivdateien um in: domino-8.0.1.tar,
domino-8.0.1-de.tar
und sametime-8.0.1.tar.
Anschließend packe sie dort in Unterverzeichnisse aus - das geht ganz einfach
im Dolphin im Kontextmenü der tar-Dateien.

Dazu kommen noch die Unix-Startskripte
für den Domino-Server von Daniel Nashed: Domino on Unix/Linux
Start Script
und die ID-Datei für den Domino-Server, die man
vorher im Domino Administrator frisch erstellt hat.


Ich hatte bei mir zwischendurch ein
kleines Netzwerk-Problem. Irgendwie hatte der Rechner seine Netzwerkschnittstelle
eth0
vergessen, mit der er über die eingebaute Netzwerkkarte die Verbindung
zur Außenwelt aufnehmen soll. Das lässt sich aber recht einfach korrigieren:
In der Konsole mit

sudo nano /etc/network/interfaces

kann man die Netzwerk-Konfiguration
bearbeiten. Dort stand eine Zeile

auto lo

die ich auf

auto lo eth0

verlängert habe. Außerdem habe ich folgende
Zeile hinten angehängt:

iface eth0 inet dhcp

Mit

sudo invoke-rc.d networking restart

startet man das Netzwerk komplett durch
und kann mit

ifconfig

kontrollieren, ob wieder alles "da"
ist.


Ich hatte Probleme, den grafischen Installer
aus der Konsole heraus zu starten, also habe ich das Installationsprogramm
mit K-Menü --> Befehl ausführen... gestartet.

/home/administrator/Installation/domino-8.0.1/linux/domino/install

eingeben und bei den Einstellungen noch
"in Terminal ausführen" und "Mit anderer Benutzerkennung"
aktivieren, root
und das Passwort vom administrator-Benutzer
eingeben.

Die eigentliche Domino-Installation
läuft dann wie von Windows gewohnt ab. Für die Konfiguration wähle ich
"manuell", so dass ich gleich noch vor dem ersten Start das Sprachpaket
nachinstallieren kann. Wieder im K-Menü --> Befehl ausführen, diesmal
mit

/home/administrator/Installation/domino-8.0.1-de/C1A3WDE/LNXDomLP801_GUI

das Installationsprogramm wieder als
root
und im Terminal ausführen.


Danach ist der Domino-Server reif für
die Erstkonfiguration. In einer Konsole

sudo su notes

cd /local/notesdata/

/opt/ibm/lotus/bin/server -listen

eingeben und auf einem Windows-System
die Remote-Server-Einrichtung starten, die man hoffentlich mit dem Domino
Administrator 8 mit installiert hatte. wink.gif


Daniels Unix-Startskript für den Domino-Server
besteht aus mehreren Dateien, die ich wie folgt verteile:

/etc/init.d/rc_domino

/opt/ibm/lotus/rc_domino_script

/opt/ibm/lotus/rc_domino_config_notes

/opt/ibm/lotus/rc_domino_readme.txt

Damit das Skript die Konfigurationsdatei
überhaupt findet, muss man Zeile 22 von /opt/ibm/lotus/rc_domino_script
anpassen:

DOMINO_CONFIG_FILE=/opt/ibm/lotus/rc_domino_config_notes

Bei meiner Spracheinstellung wurden
die sprachspezifischen Teile von Domino im Verzeichnis /opt/ibm/lotus/notes/80010/linux/res/de_DE.UTF-8
erstellt. Damit der Domino-Server diese Dateien findet, musste ich noch
Zeile 6 von /opt/ibm/lotus/rc_domino_config_notes
abändern in:

DOMINO_LANG=de_DE.UTF-8


Jetzt kann man den Domino-Server schon
einmal starten und warm laufen lassen. In einer Konsole:

sudo invoke-rc.d rc_domino start; sudo
invoke-rc.d rc_domino monitor

Läuft alles wie erwartet, den Server
mit EXIT
oder QUIT
(groß geschieben) wieder herunterfahren.


Bleibt noch der Sametime-Server selbst.
Wie üblich im K-Menü --> Befehl ausführen...  den Installer als
root
im Terminalfenster starten:

/home/administrator/Installation/sametime-8.0.1/SametimeServerStandard/Server/setuplinux.bin

Der Rest ist ja "nur" noch
Sametime-Administration.  wink.gif

Fachbeitrag IBM Domino IBM Sametime Tipp Administration Linux

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