Quick-Tipp: Installation von Domino 7.0.2 de in VM mit Ubuntu 7.04 Server

von Thomas Bahn,
assono GmbH, Standort Kiel,

Ich habe kürzlich den IBM Lotus Domino 7.0.2-Server mit FixPack 1 und dem deutschen Languange Pack auf eine Virtuelle Maschine (VM) installiert, die unter Ubuntu 7.04 (Feisty Fawn) Server läuft. Die Besonderheiten und die umschifften Herausforderungen möchte ich gerne weitergeben.

Ich habe zuerst die VM erstellt (8 GB Festplatte, dynamisch wachsend) und die Server-Version von Ubunutu 7.04 - Feisty Fawn installiert. Anschließend ließ ich mit
sudo apt-get update
sudo apt-get dist-upgrade
die Installation auf den neuesten Stand bringen. Naja, momentan gab es natürlich nicht allzu viele Patches.

Anschließend schnell mal nachsehen, ob das Netzwerk funktioniert und welche IP-Adresse die VM, und welche Adresse der VM-Host-Rechner hat. Hinweis: ping, ifconfig und route helfen hierbei.

Ich habe meinem Linux-Server eine feste IP-Adresse gegeben. Das ist eigenlich nicht nötig, aber so weiß ich sicher, wo ich die VM im Netzwerk erreiche. Dazu muss man die Datei /etc/network/interfaces anpassen:
Statt :
iface eth0 inet dhcp
muss da so etwas stehen:
iface eth0 inet static
address xxx.xxx.xxx.xxx
netmask xxx.xxx.xxx.xxx
gateway xxx.xxx.xxx.xxx

Und zur Sicherheit danach einmal das Networking durchstarten:
sudo /etc/init.d/networking stop
sudo /etc/init.d/networking start

Für die Installation des Domino-Servers braucht man natürlich in erster Linie die tar-Archive in der VM. Man kann sie innerhalb der VM mit wget herunterladen, auf CDs/eine DVD brennen und diese in die VM einbinden oder eine Datei-Freigabe einbinden. Ich habe mich für den letzten Weg entschieden, damit die Dateien meine VM-Festplatte nicht unnötig aufbählen. Dazu musste ich noch zwei Pakete installieren:
sudo apt-get smbclient
sudo apt-get smbfs
die Abhängigkeiten jeweils bestätigen.

Tipp: Um nicht jedesmal sudo eingeben zu müssen, kann man auch root werden. Da su alleine gesperrt ist, muss man folgendes machen:
sudo su
Für das Weitere gehe ich davon aus, dass man sich so zum root gemacht hat.

Danach kann man eine Freigabe einbinden:
mkdir /media/transfer
mount -t smbfs -o username=XXX //server-adresse/freigabe /media/transfer

Ich habe die tar-Archive gleich ausgepackt auf die Freigabe gelegt, so dass ich mir einen tar-Aufruf spare. Die Verzeichnisse heißen bei mir
domino-7.0.2
domino-7.0.2-fp1
domino-7.0.2-de

Für die Domino-Installation benötigt man noch das Paket gawk, dass bei Ubuntu standardmäßig nicht dabei ist. Also:
apt-get gawk

Und man muss noch einen Benutzer anlegen, unter dem der Domino-Server laufen soll. Vorgabe im Installer ist notes, also
adduser notes
Dadurch wir automatisch auch einen Gruppe notes mit angelegt.

Jetzt kann man den Domino-Server installieren:
cd /media/transfer/domino-7.0.2/linux/domino
./install

Bei den Verzeichnissen bleibe ich bei den Vorgaben, also
/opt/ibm/lotus als Programm-Verzeichnis und
/local/notesdata für die Daten.
Ansonsten immer mit den Vorgaben weiter.

Für die "Nachbereitung" benutze ich die Vorschläge von Daniel Nashed:
Installing Domino for Linux/SuSE -- essential steps to run Domino on Linux
Und zwar die Punkte 7 bis 11:

7. make sure all files have owner & group notes
chown -R -h notes:notes /opt/ibm/lotus
chown -R -h notes:notes /local/notesdata

8. make sure files have right permissions
chmod -R 550 /opt/ibm/lotus
chmod -R 700 /local/notesdata

9. make sure special file has root/daemon rights for accessing ports < 1024 via notes user
chown root:notes /opt/ibm/lotus/notes/latest/linux/bindsock
chmod 4550 /opt/ibm/lotus/notes/latest/linux/bindsock

10. add Notes and JAVA libs to LIB search path
append the following lines to /etc/ld.so.conf
/opt/ibm/lotus/notes/latest/linux

11. add some environment settings in .profile of notes user (also unter /home/notes)
export LOTUS=/opt/ibm/lotus
export NOTES_DATA_DIR=/local/notesdata
export Notes_ExecDirectory=$LOTUS/notes/latest/linux
export PATH=$PATH:$NOTES_DATA_DIR:$Notes_ExecDirectory:$Notes_ExecDirectory/res/C

Hinweis: Dateien lassen sich mit nano relativ komfortabel auch von Nicht-Linux/Unix-Gurus bearbeiten. Mit Dateinamen als Parameter aufrufen, bearbeiten, Strg-O zum Speichern, bestätigen, Strg-X zum Beenden. Beispiel:
nano /home/notes/.profile

2. Hinweis: Daniels Tipps gehen von Domino 6 aus. Dort war die Vorgabe für das Programmverzeichnis noch /opt/lotus. Das habe ich oben schon angepasst.

Jetzt muss der Domino-Server noch konfiguriert werden. Ich habe dafür die Remote-Installation gewählt. Dazu
su notes
cd /local/notesdata
/opt/ibm/lotus/bin/server -listen

Und unter Windows die "Remote-Server-Einrichtung 7" aufrufen (die man hoffentlich mit dem Domino Administrator mitinstalliert hat. Sonst nachinstallieren!)
Nach der Eingabe der IP-Adresse des Servers geht es praktisch genauso weiter wie beim "normalen" Windows-Domino-Server.

Uups, ich habe die ID-Datei für den Server vergessen (Ich installierte einen weiteren Server in einer vorhandenen Domino-Domäne)... Einfach auf die Transfer-Freigabe legen und dann auswählen.

Nach der Konfiguration den Listener-Modus beenden und wieder root werden:
exit

Jetzt das Sprachpaket:
cd /media/transfer/domino-7.0.2-de/C961CDE
./LNXDomLP702_CONSOLE
Fragen beantworten - und wenn es wie bei mir läuft - sich wundern, warum der Installer ohne Meldung abbricht sad.gif

Im Ernst, ich habe das Sprachpaket so nicht installieren können. Was aber funktionierte, war eine Silent-Installlation.

Dazu muss man erst die Datei LPSilent.ini anpassen:
INSTALL_TYPE=REPLACE
CORE_PATH=/opt/ibm/lotus/notes/latest/linux
CORE_DISPLAY_PATH=/opt/ibm/lotus
TOTAL_DATAPATHS=1
DATA_PATH_00=/local/notesdata
TOTAL_LANGUAGES=1
LANGUAGES_00=de
DOMINO_INSTALL=NO
Ich hatte meine Freigabe auf Nur-Lesen und habe die Datei unter /tmp/LPSilent.ini gespeichert. (Dort wurde sie allerdings beim nächsten Booten gelöscht.)

Um den Installer im Silent-Modus aufzurufen fehlt jetzt allerdings noch eine JVM. Kurz nachinstalliert:
apt-get install sun-java6-jre
und Abhängigkeiten mitnehmen.

Und noch:
java -cp DomLP702_Suite.jar:DomLP702_de.jar run -silent -W cmd.silent="/tmp/LPSilent.ini"
(ohne Zeilenumbruch)

Bleibt das Fixpack. Das geht wieder ganz einfach:
cd /media/transfer/domino-7.0.2-fp1/linux/domino
./install
und den Anweisungen folgen.

So, jetzt ist der Augenblick der Wahrheit gekommen... smile.gif
su notes
cd /local/notesdata
/opt/ibm/lotus/bin/server

Tataa!

Für das automatische Starten des Servers beim Hochfahren der VM benutze ich das tolle Start-Skript von Daniel Nashed:
Domino on Unix/Linux Start Script

Fachbeitrag IBM Domino Tipp Administration Linux

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